Die Stunde der schnellen Fakten und Plattitüden oder: Der falsche Fuffziger

Sehr schnell ging da ein Tausch der Plätze zustande: Martin Schulz setzte sich auf den Stuhl von Sigmar Gabriel, Sigmar Gabriel auf den von Frank – Walter Steinmeier.

Kein Parteitag wurde einberufen, niemand befragt: Erstaunt betrachtete das Volk lachende Gesichter der SPD – Granden, die den Eindruck machten, als ob sie einen besonders tollen Coup gelandet hätten: Und so war es dann auch, wie ein paar Tage später die Öffentlichkeit erfuhr: Nur Frau Kraft und Herr Scholz hatten von dieser Rochade gewusst – aber nichts verraten. Wie schelmisch aber auch!

Am folgenden Sonntag hielt Martin Schulz dann seine Rede, die jedem Pastor Ehre gemacht hätte, – (also, mit Martin Schulz als wichtigem Politiker braucht der Bürger auch nicht mehr in die Kirche zu gehen), – in der es nur so von Forderungen nach mehr Gerechtigkeit in Deutschland triefte, in der dräuend darauf hingewiesen wurde, dass die Reichen von ihrem Geld etwas abgeben müssten: Verwundert hörten die Menschen aus einem SPD – Mund, der gerne die Ansichten der Frau Dr. Merkel positiv bewertet, Forderungen, die Sarah Wagenknecht von ‚Die Linke‘ schon seit Jahren stellt: Aber es gehört zum guten Ton, Frau Wagenknecht tot zu schweigen oder zu diffamieren; jetzt gehört offenbar auch zum guten Ton, ihre Überzeugungen und Vorschläge zu klauen.

Martin Schulz kopiert Frau Dr. Merkel: Sie stahl die Ideen der Sozialdemokratie und versuchte, sie durchzusetzen: Was dabei herauskam, ist mehr als schlecht: Statt einem großen Teil des Volkes Wohlstand zu gewähren durch vernünftige Bezahlung der Arbeit, lieh Frau Dr. Merkel das Ohr der Industrie und gewährte den ‚Entscheidern‘ eine fürstliche Bezahlung – auf Kosten der Bevölkerung, die ja die Gewinne erarbeitet hatten; sie erließ einen Teil der lästigen Sozialabgaben, so daß soziale Selbstverständlichkeiten immer mehr erodierten.

Gleichzeitig wurde mit der Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik der Exportüberschüsse der Grundstein für die Verelendung in anderen europäischen Ländern gelegt.

Diese Erfahrungen sollten uns davor schützen, die Aussagen eines Martin Schulz für bare Münze zu nehmen: Er will lediglich den Linken die Stimmen wegnehmen – um dann später zu sagen: Gerechtigkeit? Umverteilung? Wer an Wahlkampfrhetorik glaubt, ist sehr naiv – und dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Gleichzeitig schimpft er auf Donald Trump, der sehr schnelle Entscheidungen trifft: Wie auch immer:

Er ist Präsident der USA und es ist Sache der Bürger jenes Landes, die Entscheidungen ihres Präsidenten zu beurteilen.

Es wäre richtig, das endlich klar zu stellen: Immerhin goutiert eine knappe Mehrheit der amerikanischen Bürger die Entscheidungen – aber in Deutschland werden nur die Bilder und Kommentare der Empörten gezeigt.

Gleichzeitig wird die Kritik des Präsidenten Trump an Dr. Merkels Politik verschwiegen oder als Ausdruck seiner politischen Unfähigkeit gesehen.

Ein alter, sehr weiser Spruch besagt:Audiatur et altera pars :

Es soll auch die andere Seite gehört werden!

Ein Grundsatz, der in der Merkel’schen Jubelpresse seit Jahren einfach vergessen wird!

Es wird endlich Zeit, ihn anzuwenden!

Auch für Martin Schulz.

Auch für die SPD, die – völlig unverständlich – die mehr als merkwürdige Rochade und die Rede von Herrn Schulz, die nur so vor Plattitüden strotzte, frenetisch bejubelte.

 

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